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Autor: masa

Krötenwanderung im Vinxtbachtal

Alle Jahre wieder:

Krötenwanderung im Vinxtbachtal
Wer in den letzten Tagen und Wochen auf der L87 zwischen Gönnersdorf und Rheineck unterwegs war, konnte wieder Zeuge eines jährlich wiederkehrenden Naturereignisses werden: Wenn im Frühjahr die Temperaturen steigen, machen sich hunderte Erdkröten gleichzeitig auf den Weg zu ihren Geburtsgewässern. Dort finden sich männliche und weibliche Tiere einmal im Jahr ein, um sich fortzupflanzen und somit den Fortbestand der Art zu sichern. Die Reise zu den Laichgewässern birgt jedoch enorme Gefahren für die kleinen braunen Lurche. Weil die Wanderrouten in den Gehirnen der Tiere fest angelegt sind, stoßen sie immer wieder auf vom Menschen angelegte Straßen, die ihren Lebensraum zerschneiden und so für viele zur Todesfalle werden. Da die Kröten am liebsten in der Dunkelheit von Sonnenuntergang bis Sonnenaufgang unterwegs sind und zudem auch noch regnerische Nächte bevorzugen, werden sie von Autofahrern leicht übersehen und von deren Fahrzeugen erfasst.

Da es sich bei allen Amphibien um wechselwarme Tiere handelt, bewegen sie sich in den noch kühlen Frühjahrsnächten häufig recht langsam. Wechselwarme Tiere sind Lebewesen, die ihre Körpertemperatur nicht, wie z.B. wir Menschen, konstant bei 37 °C halten können, sondern deren Temperatur von der Umgebungstemperatur beeinflusst wird. Häufig erstarren die Tiere aber auch vor Angst im grellen Scheinwerferlicht und ducken sich, anstatt weg zu hüpfen. Ebenso können hohe Geschwindigkeiten der vorbeifahrenden Autos für die Erdkröten zum Verhängnis werden, da hierdurch ein Strömungsdruck entsteht, der die inneren Organe der Tiere verletzen kann. Der Versuch, die Tiere zwischen die Reifen zu bekommen oder zu umfahren reicht nicht, wenn nicht gleichzeitig die Geschwindigkeit reduziert wird. Daher stand in den letzten Tagen auch ein Warnschild an der Strecke, das Autofahrer darauf hinwies, maximal 30 km/h zu fahren – mit dem Zusatz: „Sammler unterwegs“.

Wie auch die Kröten, machen sich nämlich ebenfalls seit Jahren ehrenamtliche Sammler der Naturschutzgemeinschaft Vixtbachtal e.V. im Frühjahr auf den Weg, um in den Abendstunden zahlreichen Lurchen über die Straßen zu helfen. Die Erdkröte gehört nämlich, wie alle Amphibien in Deutschland, laut Bundesnaturschutzgesetz zu den besonders geschützten Arten. Dennoch gehen die Bestände der Erdkröte, wie die aller Amphibien, von Jahr zu Jahr zurück, was nicht nur auf die oben geschilderte Gefahr der Straßenüberquerung zurückzuführen ist, sondern leider auch auf die Zerstörung oder Verschmutzung von Laichgewässern durch Müll oder Pestizide. Der Rückgang der Insekten, die eine wichtige Nahrungsquelle darstellen, verschlechtert die Situation zusätzlich. Auch im Vinxtbachtal zeigen die Beobachtungen der Naturschutzgemeinschaft Vinxtbachtal e.V. einen besorgniserregenden Rückgang der Erdkröten. So kommt dem Schutz der Amphibien und ihrer Laichgewässer in Zukunft immer größere Bedeutung zu.

Hinweis:

In diesem Frühjahr konnten 342 Kröten allein an der Straße L87 zwischen Gönnersdorf und Rheineck erfasst werden.
Leider kam für 72 der Tiere jede Hilfe zu spät. Dies lag wohl auch an einigen rücksichtslosen Rasern, die sich weder von Kröten, Straßenschildern oder Menschen in Warnwesten bremsen ließen.
Ein Großteil (270 Kröten) der Tiere konnte aber dennoch erfreulicherweise von den Sammlern lebend auf der anderen Straßenseite abgesetzt werden.
Im Herbst machen sich die Erdkröten auf den Weg zurück in ihre Winterquartiere.

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Sinzig blüht auf

Sinzig blüht auf
Im Rahmen der Aktion „Sinzig blüht auf“ führte die Stadt Sinzig in Kooperation mit dem Bürgerforum Sinzig e.V. am Abend des 06.05.2022 einen weiteren Vortrag zur Gestaltung und Pflege von artenreichen Gärten durch. Dieses Mal gab Gärtner-Meister Andreas Weiland als Mitglied der Naturschutzgemeinschaft Vinxtbachtal e.V. und Leiter des Baubetriebshofs Bonn-Hardtberg, viele praktische Informationen und Tipps. Zuerst stellte er die Frage: „Wie wollen wir in Zukunft leben?“ Oft sagen Bilder mehr als viele Worte und so stellte er den Teilnehmenden zwei Bilder zur Auswahl: Eine Stadt, die einer „Steinwüste“ glich und eine von Architekten konzipierte utopische Stadt, die auf allen Ebenen von Grünpflanzen und Bäumen durchzogen war. Die Auswahl fiel leicht: Eine grüne Stadt dient nicht nur der Verbesserung des lokalen Klimas, der Luftreinhaltung und dem Artenreichtum, sondern auch der körperlichen und psychischen Gesundheit der Bewohner*innen. Aus diesen Gründen ist es wichtig, jeden Quadratmeter Fläche in der Stadt mit Bäumen, Sträuchern und krautigen Pflanzen in größtmöglicher Artenvielfalt zu bepflanzen. Dass das die bessere Alternative zu pflege- und kostenintensiven „Steingärten“ ist, bewies Andreas Weiland im weiteren Verlauf seines Vortrages. Hierbei zeigte er die Anlage von sonnigen und schattigen Staudenbeeten. Von der Vorbereitung des Bodens über die Pflanzenauswahl und Pflege stellte er viele anschauliche Beispiele und Erläuterungen vor. Alles in allem handelte es sich bei dem Vortrag um einen sehr informativen Beitrag zur erfolgreichen Gestaltung von Gärten, die gleichzeitig klimafreundlich und pflegeleicht sind. Andreas Weiland stand den Teilnehmenden dann noch für Fragen zur Verfügung. Die Klimaschutzmanagerin der Stadt, Clarissa Figura und die Mitveranstalter des Bürgerforums, Monika Weber-Lambert, Renate Adams, Melanie Brücken und Claudia Thelen waren sich einig, solch eine Veranstaltung im nächsten Frühjahr noch einmal anzubieten. Melanie Brücken vom Coworking-Space bot den Teilnehmenden weiterhin die Unterstützung der syrischen Freiwilligen für die Gartenanlage von Flutbetroffenen und auch entsprechende Geräte an. Abgerundet wurde die Veranstaltung durch eine umfangreiche Staudenspende von Frau Pollitt aus Wassenach für alle Teilnehmenden.

Ein informativer Flyer zum Thema „Sinzig blüht auf“ liegt übrigens im Rathaus und an verschiedenen Stellen in der Stadt aus.

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